AG Thurner

Die AG Thurner beschäftigte sich zu Beginn mit der Rolle von B-Lymphozyten im Rahmen von Vaskulitiden. Hier wurden gewebeständige B-Lymphozyten mikrodisseziert und die V-Gene der B-Zell-Rezeptoren (BZR) amplifiziert, exprimiert und nach deren Zielantigenen gesucht. Im Rahmen dieser Untersuchungen wurde Progranulin (PGRN), ein endogener Antagonist von TNF-alpha und TL1a als häufiges Zielantigen von Autoantikörpern im gesamten Spektrum von Vaskulitiden identifiziert. Spätere Untersuchungen zeigten das Vorkommen auch bei weiteren Autoimmunerkrankungen. Die Autoantikörper haben einen neutralisierenden und damit proinflammatorischen Effekt. Darüberhinaus konnte eine zweite PGRN-Isoform (Ser81 PGRN) identifiziert werden, die immunogen ist und die Fähigkeit zur Interaktion mit TNFR1&2 und DR3 verloren hat. Somit konnte für PGRN ein dualer proinflammatorischer Mechanismus nachgewiesen werden.

 

Aufgrund der pathogenetisch teilweise engen Verwandtschaft von autoreaktiven und lymphoproliferativen Erkrankungen erfolgte in weiteren Projekten die BZR-Expressionsklonierung verschiedener B-Zell Lymphome (PCNSL, DLBCL, MCL, NLPHL), da es gerade für diese Lymphom-Entitäten Hinweise einer chronischen B-Zell-Rezeptor-Aktivierung gibt. Diese Projekte erfolgten in enger Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Frau Prof. Sylvia Hartmann vom Dr. Senckenberg Institut für Pathologie, Frankfurt a.M.. Für jede der oben genannten Lymphomentitäten konnte ein pathogenetisch relevantes Zielantigen identifiziert werden, d.h. ein Antigen, das bei einer Vielzahl verschiedener Patienten mit der gleichen Lymphomentität auftritt. Aktuell arbeiten wir an der weiteren Charakterisierung der identifizierten Zielantigene sowie der Erforschung der Ursachen selektiver Immunogenität der Lymphom-BZR gegen bestimmte einzelne Zielantigene. Darüberhinaus suchen wir mit verbesserten Methoden nach weiteren Zielantigenen und haben unsere Suche auch auf andere B-Zell-Neoplasien ausgeweitet.

Wir hoffen, dass die von uns identifizierten Zielantigene in Zukunft therapeutisch (als Immunotoxine, Köder für CAR-T/NK-Zellen oder i.R. bispezifischer Antikörper) und diagnostisch genutzt werden können.

 

Weitere Forschungsschwerpunkte stellen proteomische Untersuchungen nach neuen spezifischen Zielantigenen von Neoplasien und die proteomische Untersuchung von Immune-Checkpoints dar.

 

Mitarbeiter

Dr. Lorenz Thurner

Elisabeth Stöger

 

Ehemalige Mitarbeiter

Dr. Marina Zaks

Philipp Klemm

 

Publikationen

tba